Wie du ein Traumtagebuch führst
Ein Traumtagebuch ist ein fester Ort, an dem du deine Träume jedes Mal auf ähnliche Weise aufschreibst, damit du sie später wieder lesen kannst. Die Form ist dabei weniger wichtig als die Regelmäßigkeit: Ein paar Zeilen in immer gleicher Reihenfolge genügen. Über Wochen und Monate entsteht daraus eine Sammlung, in der du deine eigenen Themen wiedererkennst.
Wo du es führst
- Ein Heft aus PapierNimm eines, das nur für Träume da ist. Ein schlichtes kleines Heft reicht völlig. Mit der Hand schreibst du langsamer und bewusster. Auf Papier kannst du außerdem schnell etwas skizzieren: einen Grundriss, einen seltsamen Gegenstand, einen Weg.
- Notizen im HandyEine lange Notiz oder ein eigener Ordner tut es genauso, vor allem wenn das Handy ohnehin neben dir liegt. Beginne jeden Eintrag mit dem Datum, dann findest du dich auch nach Monaten zurecht. Über die Suchfunktion stößt du später schnell auf ein bestimmtes Wort.
- Alles an einem OrtWas du auch wählst: Halte alle Träume zusammen. Was auf Zetteln, in verschiedenen Heften und Apps verstreut liegt, lässt sich kaum als Ganzes lesen.
Was in jeden Eintrag gehört
- Das DatumSchreib das Datum des Morgens auf, an dem du mit dem Traum aufgewacht bist. Auch wenn du den Eintrag erst später ins Reine schreibst, bleibt es bei diesem Datum. Erinnerst du dich an zwei Träume, bekommt jeder seinen eigenen Eintrag unter demselben Datum.
- Ein kurzer TitelZwei bis fünf Wörter, die du später wiedererkennst: „Die überflutete Küche“, „Der Bus ohne Fahrer“. Mit Titeln findest du einen Traum schnell wieder, auch wenn das Heft voll ist.
- Was passiert ist, der Reihe nachErzähl den Traum schlicht, von Anfang bis Ende, so weit du kannst. Wo warst du? Wer war dabei? Was hast du getan? Lücken dürfen Lücken bleiben. Füll sie nicht mit Vermutungen.
- Wie es sich angefühlt hatHalte fest, wie du dich im Traum und beim Aufwachen gefühlt hast: erschrocken, belustigt, neugierig, traurig, erleichtert. Hat sich das Gefühl mittendrin geändert, notier auch das.
- Eine auffällige EinzelheitFast jeder Traum hat etwas Seltsames oder besonders Deutliches: eine Giraffe im Treppenhaus, ein Fenster, das es in Wirklichkeit nicht gibt, die Stimme einer alten Schulfreundin. Schreib auf, was dir am stärksten im Gedächtnis geblieben ist. Genau das eignet sich oft am besten zum Nachschlagen.
Wie lang ein Eintrag sein sollte
Kurz ist gut. Für die meisten Träume reichen fünf bis zehn Zeilen. Ein langer, lebhafter Traum darf mehr Platz bekommen, ein Bruchstück braucht nur eine Zeile. Ein einfacher Maßstab: Wenn du den Eintrag in einem Monat liest, siehst du den Traum dann noch vor dir? Merkst du beim Schreiben, dass du schon anfängst zu deuten, schreib deine Gedanken ruhig auf, aber für sich: in einer eigenen Zeile am Ende, etwa unter „Meine Gedanken“. So bleibt sauber getrennt, was du geträumt hast und was du darüber denkst.
Wiederkehrende Menschen und Orte benennen
Manche Gestalten und Schauplätze tauchen immer wieder auf. Gib jeder Gestalt und jedem Ort einen festen Namen und benutze ihn jedes Mal: „das große Haus“, „der Mann mit dem Hut“, „Omas Garten“, „der endlose Flur“. Sieht ein Ort anders aus, fühlt sich aber wie derselbe an, nimm trotzdem denselben Namen. So erkennst du Muster viel leichter. Auf der letzten Seite des Heftes oder ganz oben in deinen Notizen kannst du eine kleine Liste führen: jeder Name mit dem Datum, an dem er zum ersten Mal vorkam.
Ein Beispieleintrag
3. Februar. Das Boot, das nicht ankommt. Ich stehe am Ufer eines Sees, den ich nicht kenne. Im Schilf liegt ein altes Holzboot, darin sitzt meine frühere Deutschlehrerin und winkt mir zu. Ich steige ein, wir rudern los, aber das andere Ufer kommt nicht näher. Plötzlich bin ich im Treppenhaus meiner ersten Wohnung. Gefühl: erst neugierig, dann ungeduldig, am Schluss seltsam erleichtert. Auffällig: Das Wasser riecht nach Zimt. Meine Gedanken: Diese Woche habe ich viel auf Antworten gewartet.
Zurücklesen
- Einmal im MonatNimm dir eine stille halbe Stunde und lies die Einträge des letzten Monats am Stück. Lies sie so, als hätte sie jemand anderes geschrieben.
- Unterstreichen, was sich wiederholtMarkiere Menschen, Orte, Dinge und Gefühle, die mehr als einmal vorkommen. Schreib sie auf eine eigene Seite und mach jedes Mal einen Strich dahinter, wenn sie wieder auftauchen.
- Nachschlagen, wenn du magstKehrt ein Bild immer wieder, kannst du es bei den Traumsymbolen auf dieser Website nachschlagen und schauen, welche Deutung zu deinem Leben passt. Dein eigenes Gespür für den Traum zählt dabei am meisten.
Nur für dich
Ein Traumtagebuch gehört dir. Träume können seltsam, peinlich oder sehr persönlich sein, und gerade deshalb lohnt es sich, frei zu schreiben. Bewahre das Heft dort auf, wo nur du hineinschaust, oder sichere dein Handy mit einer Sperre. Was du davon teilst, entscheidest du allein. Erzählst du jemandem einen Traum, kannst du ihn mit eigenen Worten wiedergeben, ohne die Seite zu zeigen.
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ErstkommunionMit etwa neun Jahren empfangen katholische Kinder zum ersten Mal die Kommunion.
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